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Vom Minnesänger bis zum Medienhaus GT
Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten. Die Überbringer: Im Mittelalter Minnesänger, später Postillione.
Dann die Revolution - der Mann des Milleniums erfindet die Buchdruckkunst. Was dieser Johannes Gutenberg der Welt schenkte, kommt heute aus intelligenten, digital gesteuerten High-End-Systemen. Die vervielfältigte Nachricht. Die Zeitung. Aktuell, schnell, farbig, unterhaltsam, informativ. Und morgens sechsmal in der Woche pünktlich an den Kiosken und in den Briefkästen der Abonnenten: Das Göttinger Tageblatt.
Die Zeitungen waren ein faszinierendes Medium in der Gründerzeit des 19. Jahrhunderts. Die Göttinger Zeitungslandschaft war vielfältig, doch überlebensfähig war nur, wer redaktionell nah am Leser war und technisch stets auf der Höhe der Zeit. Die Entwicklung vom Bleisatz über den Fotosatz bis zur vollkommen digitalen Produktion war bisweilen stürmisch. Nicht jeder Verleger und Drucker konnte ihr folgen.
Gustav Wurm gründete das Göttinger Tageblatt 1889 mit der Startausgabe am 6. August. Mit günstigen Insertionspreisen und erschwinglichen Abonnementstarifen erreichte die neue Zeitung schnell die höchste Auflage in Südniedersachsen und konnte schon um die Jahrhundertwende auch die meisten Anzeigen vorweisen. Neben dem Zeitungsdruck wurde eine Akzidenzdruckerei und Klischeeanstalt betrieben, die zur Überlebensfähigkeit des Unternehmens in Kriegen und Wirtschaftskrisen beitrug.
1923: Wirtschaftskrise. Die GT Druckerei stellt kommunales Notgeld her. Am 23. November 1923 kostet ein GT 100 Milliarden. Einen Tag später - nach der Währungsreform - 15 Pfennige.
Mit der Verkündung der Pressefreiheit werden 1949 acht Heimatzeitungen im Raum Göttingen / Northeim wiedergegründet, das GT am 27.10.1949: Startauflage 18.000 Exemplare. Aber schon drei Monate später bestehen 22.000 Abonnements.
Bereits 1950 bringt der Verlag die Bezirksausgabe „Eichsfelder Tageblatt“ auf den Markt. Die Gesamtauflage von GT / ET steigt von 1955 mit 32.000 auf 35.000 im Jahr 1960. Zehn Jahre später folgt die Zeit der Konsolidierung. Das GT hat nun eine Auflage von 40.000 und kann seine Position als Erstzeitung gegenüber der konkurrierenden „Göttinger Presse“ ausbauen.
Meilenstein am 1. Juli 1973: Die Verlagsgesellschaft Madsack & Co. und das GT beschließen die redaktionelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Dieser Schritt erweist sich als außerordentlich positiv. Schon 1976 wird das Druckhaus an der Autobahn zum Satzzentrum erweitert. Die Zeitungsgeschichte der Prinzenstraße findet nun an der Autobahn ihre Fortsetzung.
1977/78 geht das letzte Kapitel „schwarzer Kunst“ im GT zu Ende. Der alte Bleisatz wird durch modernen Fotosatz und neue Drucktechniken ersetzt. Kurz vor Weihnachten erscheint das letzte im Bleisatz produzierte GT. Ende der siebziger Jahre wird das Druckzentrum an der Autobahn, nun mit allen Bereichen - Redaktion, Verlag und Technik - eingeweiht. Zu einem weiteren großen Schritt in die Zukunft entschließt sich der Verlag 1995 mit der Anschaffung der hochmodernen Rotation - und investiert rund 28 Millionen Mark.
Zusammen mit der rasant fortschreitenden, computergestützten Publikations-Elektronik bedeutet die neue Rotation den Einsieg in die farbige Tageszeitung. Das Tageblatt kommt nun attraktiv mit einer Vielzahl von Themen aus Politik, Wirtschaft, Hochschule, Kultur und Sport auf den Markt - lokal und regional für 150.000 Leser zwischen Dransfeld und Duderstadt, zwischen Nörten und Friedland. Weitere Meilensteine sind Anfang der neunziger Jahre - als erste Tageszeitung in Deutschland - der Einstieg in die Digitalfotografie, der Start des Internet-Auftritts des GT im Juli 1997 sowie die Umstellung auf die filmlose Produktion der Druckplatten mit CTP (Computer to Plate).
Neben Göttinger und Eichsfelder Tageblatt erscheint im Verlag bereits seit 1968 das Anzeigenblatt BLICK, das in Göttingen, Duderstadt und dem Umland zur geschätzten Wochenzeitung geworden ist. Ein weiteres Verlagsobjekt seit 1983 ist der Briefmarkenspiegel. Die bundesweit auflagenstärkste Fachzeitschrift für Philatelie.
Um Kunden nicht nur die Printtitel, sondern auch Dienstleistungen und Service auf hohem Niveau zu bieten, wurde 1991 der Anzeigenring Südniedersachsen - heute Göttinger Tageblatt Mediakombi - gegründet,. Eine Kooperation für überregional agierende Kunden, die Anzeigenaufträge für die acht angeschlossenen südniedersächsischen Tageszeitungen bucht. Mit modernster Technik, mehr als 100 Jahren Erfahrung im Zeitungsmachen, vielen Dienstleistungen über die Tageszeitung hinaus und engagierten Mitarbeitern, ist der Verlag Göttinger Tageblatt als Medienhaus für die Zukunft aufgestellt.
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